Braunkehlchen (Saxicola rubetra)

saxicolarubetra

Steckbrief :

  • Größe: 12-14cm
  • Gewicht: 15-24 g
  • Nahrung: Insekten, Spinnen, im Spätsommer auch Samen und Beeren
  • Lebensraum: extensiv gemähte Wiesen, Feuchtwiesen, Brachen
  • Gelege: 4-7 Eier
  • Brutdauer: 11-15 Tage
  • Nestlingsdauer: 11-14 Tage
  • Alter: 6-8 Jahre
  • Feinde: Fuchs, Marder, Hauskatze, Mensch

Beschreibung:

Das Braunkehlchen ist deutlich kleiner als ein Sperling und wirkt kurzschwänzig und kompakt. Die Oberseite ist kontrastreich braunschwarz gemustert, während Kehle und Brust eher orange gefärbt sind. Vor allem das Männchen ist während der Brutzeit relativ leicht an der dunkelbraunen Gesichtsmaske, dem weißen Überaugenstreif und den weißen Kehlseiten zu erkennen. Die Weibchen sind wie die Jungvögel insgesamt schlichter in braunen Farbtönen gefärbt.

Verbreitung:

Die Brutgebiete des Braunkehlchens  erstrecken sich von Europa bis ins westliche Zentralasien. In Luxemburg gilt der Bestand des ehemals weit verbreiteten Braunkehlchens als erloschen. Die Sumpfgebiete und Feuchtwiesen des Öslings galten lange Zeit als die letzten Rückzugsgebiete in Luxemburg. Das Braunkehlchen überwintert südlich der Sahara in den Savannen Afrikas.

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Lebensraum:

Das Braunkehlchen ist ein typischer Bewohner der offenen Landschaft und brütet bevorzugt in extensiv bewirtschaftetem Nass- und Feuchtgrünland, Sumpfgebieten oder Brachen. Die Struktur des Habitats spielt dabei eine außerordentlich wichtige Rolle. So brauchen Braunkehlchen neben einer vielfältigen Krautschicht mit bodennaher Deckung (in der sie ihr Nest bauen) zusätzlich noch viele Warten (Stauden, niedrige Büsche, Zaunpfähle, etc.) auf denen sie sich niederlassen können um ihre Beute zu erspähen oder das Revier durch ihren Gesang abzugrenzen.

Nahrung:

Insekten, Spinnen und kleinere Schnecken bilden die wichtigste Nahrungsgrundlage des Braunkehlchens. Artenreiche Kräuterwiesen oder Hochstaudenfluren, die über die gesamte Brutperiode hinweg blühen und somit eine ausreichende Menge an Insektennahrung gewährleisten, spielen bei der Nahrungssuche eine besonders wichtige Rolle. Die meisten Insekten werden dabei von einer Warte aus erspäht und anschließend im Flug oder auf dem Boden erbeutet. Im Spätsommer fressen sie auch Samen und Beeren.

Gefährdung:

Der Verlust von Lebensraum durch die Intensivierung der Landwirtschaft zählt zu den Hauptursachen für den teils dramatischen Rückgang des Braunkehlchen-Bestandes. Durch Entwässerungen, Verbauung und intensive landwirtschaftliche Nutzung werden die Bodenbrüter ihrer Nahrungsquellen und ihres Lebensraumes beraubt und von den bewirtschafteten Wiesenflächen vertrieben. Durch die großflächige und oft extrem frühe und häufige Mahd werden die meisten Bodennester zerstört. Es gelingt dem Braunkehlchen kaum noch erfolgreich seine Jungen aufzuziehen. Die Verarmung der Landschaft durch den Rückgang des Nahrungsangebots und der pflanzlichen Vielfalt sorgen für weitere Verschlechterungen, auch für Vögel auf dem Durchzug.